NOMADIC ATELIER und DIACHROME

Das nomadische Atelier von Victoria Coeln findet seinen Einsatz bei den ortsspezifischen (temporären) Interventionen. In situ erarbeitet Victoria Coeln jene Artefakte, die Diachrome, die das Herzstück jeder chromotopen Intervention bilden.

Für die Diachrome verwendet Victoria Coeln eine breite Farbpalette an Borofloatgläsern. Diese sind mit mehreren metallischen Schichten so bedampft, dass nur eine sehr schmale Scala an Lichtwellen das Borofloatglas passieren kann. Mit Messern, Schleifsteinen und Ätzflüssigkeiten bearbeitet Victoria Coeln diese Metallschichten der Gläser, fügt ihnen Schnitte, Transparenzen und Öffnungen zu. Bis zu 7 Gläser werden aufeinander abgestimmt und in bis zu 7 Ebenen übereinander zu einem Diachrome zusammengefügt.

„Wenn Victoria Coeln in ihrer Arbeit in beschichtetes Glas schneidet und ritzt, dann beinhaltet dies eine körperliche Komponente, einen Akt am Körper. Dieser körperliche Akt – die Verletzung von etwas, geschieht bei der Kreation der Arbeit tatsächlich und gibt vielleicht genau dadurch dem Licht diese körperlich–räumliche Präsenz: Victoria Coeln ritzt in die Gläser, fügt ihnen also de facto Verletzungen zu, Bruchstellen, Narben, Narben als Erinnerungsspuren, Spuren von Schmerz.“ Heike Sütter

Video Diachrome:

Diese Diachrome werden in analoge HMI-Projektoren mit komplexen optischen Linsensystemen gesetzt und in den Raum vergrößert. Ausgehend von einer Bildbreite von 8cm werden bis zu 160m Ausstrahlungsbreite erreicht. Das optische System wird selbst ein wesentlicher Teil der Gestaltung: Coeln benützt es, um einzelne grafische Elemente – Lichtlinien und -schnitte sowie Farb- und Schattenfelder – den jeweiligen Orten noch präziser zuzuordnen sowie die Schärfe- und Unschärferelationen festzulegen.

Das chromotope Licht, geformt durch die Diachrome, steht latent im Raum und transformiert sowie überschreibt den Ort.